Auerbach & Keller: Unter allen Beeten ist Ruh’

Auerbach & Keller:  Unter allen Beeten ist Ruh’

– Ein Schrebergartenkrimi – Pippa Bolles erster Fall als Haushüterin!

List TB – ISBN 978-3-548-61037-5

Pippa Bolle, die uneingeschränkt sympathische Hauptfigur, ist Ende dreissig, freiberufliche Übersetzerin und gerade aus einer turbulenten Ehe ins elterliche Heim mitten in Berlin geflüchtet. Hier leckt sie sich die Wunden, welche der notorisch untreue, aber zum Dahinschmelzen charmante Ehemann ihr zufügte – na ja, Italiener eben.

So ruhig und zurückgezogen, wie Pippa sich das gewünscht hat, geht es aber im Berliner Stadthaus nicht zu. Mit Nachbarn, Freunden und Verwandten lebt man eher wie in einer großen WG zusammen, genießt das Leben und den Frühling im Hof und kümmert sich umeinander. Ob Pippa will oder nicht, sie gehört nun mit dazu, zu dieser bunten, fröhlichen Gesellschaft.

So ergibt sich auch schnell eine Möglichkeit, für Pippa einen ganz ruhigen Platz zum Arbeiten zu finden. Für die Sommermonate hat ihre Freundin Pia ein Grundstück mit besserer Laube auf einer Insel in der Havel. Gaanz idyllisch gibt es dort eine kleine alte Schrebergartenanlage. Die Gärten sind Eigentum und werden seit Jahrzehnten ausschließlich vererbt. Dort könne Pippa einen der verwunschenen Gärten hüten und hätte ausreichend Zeit und Ruhe, an Ihrer Übersetzung zu arbeiten. Schließlich muss auch etwas Geld reinkommen. Die Aussicht, den Sommer auf dieser verträumten Insel zu verbringen, verlockt sie sehr. Schon die Anfahrt ist ein Abenteuer, wird doch die einzige Fähre von einem ausnehmend gut aussehenden jungen Mann passenden Alters gesteuert.

Und so scheinen sich erst mal eher romantische Verwicklungen anzubahnen als kriminelle. Aber das wird schon auch noch…

Bis hierher hat der/die LeserIn sich mitten hineinbegeben in eine Geschichte voller liebenswerter Figuren mit einer Menge Macken.

Den Autorinnen merkt man die Lust am Fabulieren an. Mit Freude lassen sie uns teilhaben am Leben in einem verborgenen Teil von Berlin, den Inseln und Wasserstraßen der Havel. Spätestens jetzt fragt sich der Leser, ob es da nicht vielleicht auch Ferienwohnungen gäbe, wenn man schon keine Laube hüten kann…

Einen ähnlichen Gedanken hat auch der smarte Lutz, Erbe eines Laubengrundstücks. Allerdings denkt er die Dinge größer, geschäftsmäßig viel größer und vor allem gewinnbringend. Ein Hotel soll auf der Insel entstehen, ganz ein exklusives. Da stören die alten Gärten mit ihren schrulligen Bewohnern nur. Also versucht er mit allerlei faulen Tricks an die Grundstücke zu kommen – mit eher mäßigem Erfolg. Vor allem aber regt sich langsam aktiver Widerstand…und plötzlich liegt die erste Leiche in der Badewanne!

An konzentriertes Übersetzen ist für Pippa nun nicht mehr zu denken. Mit ihrer erstaunlich guten Beobachtungsgabe und einer großen Portion Neugier kann sie wesentlich zur Aufklärung der Geschehnisse beitragen, obwohl das Kommissar Schmidt gar nicht gefällt.

Mit den Wohlfühl-Krimis um die Haushüterin und unfreiwillige Ermittlerin Pippa Bolle aus Berlin bereichert das Autorinnenduo Auerbach & Keller (alias Ute Mügge-Lauterbach und Brenda Stumpf) die Leselandschaft um die erste deutsche Cosy-Krimi-Reihe.
Humorvoll, sympathisch und skurril statt Strömen von Blut – und trotzdem spannend von der ersten bis zur letzten Seite.

Und das ist nur der erste Band…